Aktualisiert am 19. September 2022 von Karin Schwaer

Den Arbeitsplatz samt der Arbeitsinhalte proaktiv und erfüllender gestalten – dafür steht das Wort „Job Crafting“.

Das Konzept des Job Craftings wurde erstmals 2001 von den Wissenschaftlerinnen Amy Wrzesniewski und Jane Dutton ins Spiel gebracht. Es ging vornehmlich darum, aufzuzeigen, dass MitarbeiterInnen deutlich mehr Kontrolle über ihre Tätigkeit haben, als allgemein angenommen wird.

Es wurde die Ansicht vertreten, dass eine proaktive Gestaltung nicht nur zu mehr Zufriedenheit im Job, sondern auch zu deutlich mehr Engagement führen kann.

Worum geht es beim Job Crafting?

Job Crafting ist eine Methode, die dabei helfen soll, gezielt Änderungen an der aktuellen Tätigkeit vorzunehmen.

Das kann verschiedenste Aspekte beinhalten:

  • Übernahme neuer Verantwortlichkeiten.
  • Überarbeitung bzw. Anpassung der Inhalte der Stellenbeschreibung.
  • Kommunikation und Interaktion mit Kollegen bzw. im Team.
  • Erlernen neuer Fähigkeiten und Kenntnisse.
  • Gezielte Weiterbildungsmaßnahmen.
  • Ganz allgemein eine Änderung von Einstellung und Haltung gegenüber dem Job, um mehr Freude und Zufriedenheit zu entwickeln.

Dabei lohnt es sich, sich nicht nur bei „akuter“ Unzufriedenheit mit Job Crafting zu beschäftigen.

Viele Entwicklungen passieren einfach „on the job“. Es schleichen sich Gewohnheiten ein. Und es ist sicher eine gute Idee, diese in regelmäßigen Abständen zu hinterfragen bzw. zu überprüfen.

  • Werden wirklich alle Möglichkeit ausgeschöpft, die der Job bieten könnte?
  • In welche Richtung möchte man sich entwickeln?
  • Welche Veränderungen wären möglich, damit die Tätigkeit (immer) besser zu den eigenen Interessen passt?
  • Was kann man selbst aktiv gestalten, um den eigenen Beitrag zum Unternehmenserfolg zu steigern?
  • Wie kann man mehr Kontrolle über die Verwendung seiner wertvollen Lebenszeit erlangen?

Diese Fragen sollte man sich grundsätzlich vor jedem Mitarbeitergespräch und jeder Gehaltsverhandlung stellen. Das ist ein sehr wichtiger Teil der Vorbereitung.

Diese Gespräche sind DIE Gelegenheit, um die Weichen richtig zu stellen. Bei der Vorbereitung ist es wichtig, sich gezielt anzusehen:

  • Was hat man geleistet, was hat besonders viel Spaß gemacht, was weniger?
  • Was sollen künftig die Haupttätigkeitsschwerpunkte sein?
  • Was bringt den größten Nutzen für einen selbst und das Unternehmen?
  • Welche Inhalte haben die beste Außenwirkung?
  • Welche Jobinhalte könnten auch deutlich mehr WERT sein?

Das sind viele Fragen. Doch es gibt das Sprichwort, das ich an dieser Stelle gerne platzieren möchte:

Die Qualität deiner Fragen bestimmt die Qualität deines Lebens.

Das klingt nun vielleicht einfach und banal. Das ist es keineswegs. Antworten auf diese Fragen zu finden, muss Teil eines strukturierten Prozesses sein.

Das Ergebnis dieses Prozesses liegt dann darin, den Gesprächspartnern ein durchdachtes Angebot in Bezug auf die künftigen Arbeitsinhalte zu machen.

Diese Vorgehensweise hat noch einen weiteren gravierenden Vorteil. Es wird einen völlig anderen Eindruck bei ihren Gesprächspartnern hinterlassen, wenn Sie sich gut vorbereitet haben und aufzeigen können, dass Sie sich intensiv mit den Notwendigkeiten und Interessen BEIDER Seiten beschäftigt haben. Das zeigt dem Gesprächspartner gegenüber Wertschätzung und Respekt auf. Es wird eine völlig andere Gesprächsatmosphäre geschaffen, als wenn Sie mit der Haltung ins Gespräch gehen:

„Ich höre mal, was mir so angeboten wird.“

Niemand weiß besser als sie selbst, was Sie gerne tun und worin sie gut sind.

Meistens gehen Menschen davon aus, dass die andere Seite schon wissen wird, was man so alles geleistet hat und künftig auch leisten könnte. Die Realität ist eine andere.

Denn ganz häufig ist man selbst nicht in der Lage, alle wesentlichen Inhalte vollständig, strukturiert und richtig priorisiert zu benennen. Und das wird klar, wenn man sich „richtig“ auf diese Gespräche vorbereitet.

Das verschafft auch ganz nebenbei das sehr gute Gefühl der Selbstwirksamkeit. Man ist den Dingen nicht einfach ausgeliefert, sondern kann selbst proaktiv mitgestalten.

Selbst wenn man das Gefühl hat, in einer Sackgasse zu stecken, gibt es in vielen Fällen noch viele Optionen, die es auszuloten gilt. Man kann vieles selbst in die Hand nehmen. Den Job den eigenen Stärken und Interessen anzupassen, hat viele positive Auswirkungen für die eigene Jobzufriedenheit und fürs Unternehmen.

Manchmal sind es auch nur Kleinigkeiten mit großer Wirkung.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, die oft die größte Wirkung haben. Das gilt auch im Job. Die vielen kleinen alltäglichen Aufgaben und Interaktionen machen häufig einen Großteil der Arbeitszeit aus. Und da lohnt es sich, auch mal bewusst hinzugucken. Was ist kann ich da aktiv anders gestalten, um am Ende des Tages auch das Gefühl zu haben:

„Das hat sich heute gelohnt, ich habe wirklich viel geschafft.“

Selbst wenn die eigenen Vorstellungen in der aktuellen Position nicht durchsetzbar sein sollten. Man hat eine sehr gute Vorstellung dahingehend erarbeitet, was die eigene Jobzufriedenheit steigern würde. Und dann kann man sich ganz gezielt mit Plan B beschäftigen.

Natürlich sind nicht alle Jobs für Job Crafting geeignet. Wenn man feststellt, dass die aktuelle Tätigkeit wenig Raum für eigene Gestaltung bietet und sich nach entsprechend vorbereiteten Gesprächen mit Vorgesetzten dieser Eindruck verfestigt, kann es durchaus notwendig sein, sich nach etwas Neuem umzusehen.

Sollte man tatsächlich die Reißleine ziehen wollen, ist es wichtig, sicherzustellen, dass man nicht vom „Regen in die Traufe“ kommt.

Doch damit man das Gefühl hat, im richtigen Unternehmen und am richtigen Arbeitsplatz zu landen, müssen auch weitere Rahmenbedingungen einfach stimmen. Dafür ist es essenziell, sich im Rahmen der Jobsuche auch mit den eigenen Stärken und Interessen auseinandergesetzt zu haben.

Man verlässt sich dann nicht mehr nur auf klassische Stellenangebote in den üblichen Jobportalen in der Hoffnung, etwas Passendes zu finden.

Sondern man schreibt sich eine Stellenbeschreibung, die auf das eigene Profil passt. Mit so einer Liste in der Tasche, wird man auch Gespräche völlig anders führen können. Zu wissen, dass man etwas bewegen und mitgestalten kann, lernen und wachsen zu können und die eigene Karriere zielgerichtet zu gestalten, ist „unbezahlbar“.

Fazit

In der sich schnell verändernden Wirtschaft von heute ist es wichtiger denn je, die eigene Karriere proaktiv anzugehen.

Man muss dafür sorgen, dass die eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten relevant bleiben.

Das kann sicher eine Herausforderung sein in der sich immer schneller drehenden Arbeitswelt. Doch das bietet auch für qualifizierte und im Job erfolgreiche Menschen jede Menge Chancen. Die gilt es zu nutzen. Dann klappt es auch mit mehr Sinn und Spaß im Job. Und auch mit dem GEHALTSSPRUNG.

Sehr gerne unterstütze ich Sie dabei, die wichtigsten und lukrativsten Gespräche, die Sie im Job führen können und müssen, gezielt vorzubereiten. Und die Fragen, die sich im Rahmen des Job-Crafting-Konzepts stellen, haben dabei einen hohen Stellenwert und sind Teil meines Konzepts.

Wer mag, schaut hier:

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