Regelmäßig um eine Gehaltserhöhung zu verhandeln ist sehr wichtig. Gehaltsverhandlungen und/oder Mitarbeitergespräche sind wohl die lukrativsten Gespräche, die Sie jährlich führen können und sollten. 

Denn im Laufe Ihres Erwerbslebens geht es dabei „ganz schnell“ um Differenzen in 7-stelliger Höhe (kein Witz!) und das werden wir uns am Ende dieses Beitrags noch näher ansehen. 

Also Grund genug, Ihre Verhandlungsergebnisse auf keinen Fall dem Zufall zu überlassen und mit der Haltung: „Mal hören, was mir so angeboten wird …“ in eine Gehaltsverhandlung oder ein Mitarbeitergespräch zu gehen.

Ein solches Vorgehen würde Ihrem Gegenüber signalisieren, dass es Ihnen wahrscheinlich nicht so wichtig ist, was dabei herauskommt. Und das kann wohl kaum in Ihrem Sinne sein. 

Daher ein kleiner Tipp vorweg, wenn Sie ihre Gehaltserhöhung verhandeln: 

Sagen Sie ruhig deutlich, dass Sie sich auf das Gehaltsgespräch gefreut und sich gut vorbereitet haben. Das verschafft Ihnen einen guten Einstieg ins Gespräch. 

Und damit kommen wir direkt zu 

Grund Nr. 1, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten: 

80 % Ihres Gehaltsverhandlungserfolgs sind Vorbereitung.

Es geht immer ausschließlich um Ihre ganz individuelle Situation. 

Keine Gehaltsverhandlung ist vergleichbar mit anderen Kolleg*innen. Daher sollten Sie sich auch niemals davon beeindrucken lassen, was der „Flurfunk“ so berichtet. 

Es zählen Ihre Leistungen und Ihre Argumente und die sollten Sie gut kommunizieren. Denn nur darum geht es: um Kommunikation. 

Kommunikation, ein Wort, das auch gleich viel sympathischer klingt als Gehaltsverhandlung oder Mitarbeitergespräch, oder? 

Doch für Ihre zielgerichtete Kommunikation ist eine gute Vorbereitung unumgänglich, daher stellt sich die Frage: 

Was gehört zu einer guten Verhandlungsvorbereitung dazu, um eine angemessene Gehaltserhöhung verhandeln zu können?

  • Sie benötigen Argumente für die Gehaltsverhandlung, die helfen, Ihre Interessen durchzusetzen und die gesetzten Ziele zu erreichen. 
  • Machen Sie sich außerdem im Vorfeld Gedanken darüber, welche Interessen die andere Seite hat oder haben könnte. Welches Problem der anderen Seite helfen Sie zu lösen? Diese Überlegungen werden automatisch auch zu guten Argumenten führen, die Sie anbringen können und sollten. 
  • Wichtig ist es auch, den richtigen Zeitpunkt oder Anlass für Ihre Gehaltsverhandlung zu nutzen. An einem missglückten Timing kann viel scheitern. 
  • Sie benötigen Klarheit über Ihre Verhandlungsziele. Und diese Ziele sind ebenfalls immer sehr individuell. Denn es geht ganz sicher nicht nur ums liebe Geld. Es gibt viele weitere Komponenten und Rahmenbedingungen, die Ihnen das gute Gefühl geben, im richtigen Unternehmen und am richtigen Arbeitsplatz zu sein. 
  • Weiterhin sollten Sie im Vorfeld darüber nachdenken, welche Alternativen Sie hätten, wenn die Gehaltsverhandlung, trotz guter Argumente, nicht zum gewünschten Ergebnis führt. Auch das ist Teil einer guten Vorbereitung. Denn wenn Sie erstmal im Gespräch sind, ist es dafür zu spät. 
  • Wenn Sie Ihre Alternativen kennen, gibt Ihnen das viel Sicherheit für Ihre Verhandlung und verschafft Ihnen Verhandlungsmacht. Und seien Sie sicher: Alternativen gibt es IMMER.

Das ist alles kein Hexenwerk oder gar „rocket science“, wie man heute so schön sagt. Doch da kommt einiges zusammen, um gut vorbereitet zu sein und eine angemessene Gehaltserhöhung verhandeln zu können. 

Und damit kommen wir zu einem weiteren Grund, warum Sie das nicht alleine – im stillen Kämmerlein – tun sollten: 

Grund Nr. 2, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Jeder hat blinde Flecken. 

In Bezug auf uns selbst sind wir sozusagen betriebsblind. 

Das ist auch der Grund, warum die „10 besten Verhandlungstipps“ in vielen Fällen nicht weiterhelfen. 

Der Hinweis, man solle gute Argumente aufbereiten, ist natürlich richtig. Aber damit hat man diese Argumente noch nicht gesammelt und schon gar nicht formuliert.

Ein Blick von außen und gute Fragen bringen immer neue Perspektiven, Möglichkeiten und Alternativen auf die Agenda. 

Auf viele Aspekte kommt man schlicht alleine gar nicht. Sie merken, wie wertvoll Ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg ist, wenn Sie ihn jemandem erläutern (müssen). Und dann lässt sich auch bewerten, was gute und was schlechte Argumente sind, und was diese WERT sein könnten. 

Letztlich brauchen wir alle jemanden, der uns an unsere Stärken erinnert. Doch wer könnte das im Hinblick auf unseren beruflichen Alltag sein?

Manchmal lese oder höre ich, dass dazu geraten wird, sich doch einfach mal Feedback von Kollegen*innen zu holen. Davon rate ich mehr als dringend ab!

Wenn Sie eine Gehaltserhöhung verhandeln möchten, ist das berufliche Umfeld als Hilfestellung tabu. 

Ganz ehrlich, wer in Ihrem beruflichen Umfeld sollte ein tatsächliches Interesse daran haben, dass Sie bessere Konditionen und/oder Gehaltssprünge verhandeln? 

In Bezug auf Ihre Kolleg*innen gibt es da sicher ein großes Fragezeichen. 

Ganz abgesehen davon, dass es in vielen Unternehmen noch immer gelebte Praxis ist, dass die Gehaltsstrukturen intransparent sind und man über Geld nicht spricht. Es dennoch zu tun, kann auch mit einem Vertrauensverlust in Ihre Person einhergehen. Damit sollten Sie äußerst vorsichtig sein. 

Und Ihr Vorgesetze*r ist nicht dafür zuständig, Ihnen zu „helfen“. 

Im Gegenteil: Sie müssen ihr/ihm „helfen“, die richtige Entscheidung zu treffen und Sie fair und angemessen zu behandeln und zu bezahlen. 

Weiterhin ist auch das private Umfeld selten hilfreich, um Sie bei der Erarbeitung Ihrer eigentlichen Interessen und Ihrer zielführenden Argumente zu unterstützen. 

Mit Hinweisen wie: „Lass dich mal nicht übern Tisch ziehen; jetzt reicht es aber; zeig es denen mal richtig“ usw. kommen Sie ganz sicher nicht weit(er). 

Für Frauen in der Verhandlung kommt erschwerend hinzu, dass es für sie häufig zwei völlig verschiedene Paar Schuhe sind, ob sie für sich selbst oder für andere zu verhandeln haben.

Frauen sind mindestens so gute Verhandler wie Männer, allerdings nicht, wenn es um ihre eigenen Belange geht – sprich: sie in eigener Sache zu verhandeln haben. Da gibt es noch immer tief verankerte gesellschaftliche Strukturen, in denen die Stereotype nach wie vor zumindest im beruflichen Kontext ihr Unwesen treiben. 

Es geht auch nicht darum, irgendwelche Verhandlungstaktiken besonders geschickt einzusetzen. 

Letztlich geht es immer um Fairness und Wertschätzung. Und Geld ist WERTschätzung (sollten Sie das anders sehen, wäre es vielleicht mal an der Zeit, Ihr Money Mindset zu überprüfen? ;-))

Damit kommen wir auch schon zu:

Grund Nr. 3, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Erlangen Sie Klarheit über Ihre eigene berufliche Situation.

Um WERTschätzung glaubwürdig einfordern zu können, benötigen Sie Klarheit über Ihre eigene berufliche Situation, Ihre Leistungen, Ihre Rolle usw. 

Wie können Sie am leichtesten Klarheit über Ihre berufliche Situation erlangen? 

Indem Sie gezielte Fragen gestellt bekommen und quasi „gezwungen“ sind, Ihre Gedanken über Ihre Situation auch in Worte zu fassen. Letztlich führt das zu 

Grund Nr. 4, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Erlangen Sie Klarheit über Ihre beruflichen Ziele.

Wenn es darum geht, eine Gehaltserhöhung zu verhandeln, ist es notwendig, sich mit den ureigensten Ziele zu beschäftigen. Das ist vielfach eine echte Herausforderung.

Es fällt einfach schwer, im stillen Kämmerlein zu definieren, was wirklich sinnvolle Ziele sein könnten und welche sich auch nachhaltig gut anfühlen werden. 

Dazu mal ein kleines Beispiel aus meiner Praxis: 

Eine Kundin (als Consultant in einer großen Unternehmensberatung beschäftigt) kam mit dem Anliegen zu mir, ein ihrer Ansicht nach unangemessenes Ergebnis im Rahmen ihres letzten Gehaltsgespräches ausgleichen zu wollen. 

Nachdem wir ihre individuelle Situation analysiert hatten, lag schnell auf der Hand, dass es nicht ihr Ziel sein konnte, das Ergebnis aus der Vergangenheit zu korrigieren. 

Im Gegenteil, es wurde klar, dass es viel mehr Sinn machen würde, sich auf die nächste Karrierestufe zu konzentrieren, die dann auch automatisch einen Gehaltssprung rechtfertigen würde. 

Damit waren wir bei einem ganz anderen Verhandlungsziel, als ursprünglich gedacht und das galt es nun zu verfolgen. 

Wie oben bereits erwähnt, gibt es abgesehen vom Gehalt auch viele weitere Komponenten, die viel WERT sein können. 

Welche Alternativziele könnten das sein? Beispiele dazu wären z. B. eine betriebliche Altersversorgung, eine Fortbildung, Home-Office-Möglichkeiten, ein Firmenwagen und so weiter.

Die Frage, die sich stellt, ist also: 

Was könnte den Kuchen zunächst vergrößern, bevor er dann aufgeteilt wird? 

Hier können die Überlegungen in viele verschiedene Richtungen gehen. Und es macht ganz sicher Sinn, die jeweiligen Konsequenzen, Vor- und Nachteile mit Hilfe einer neutralen Person zu diskutieren, um eine gute und nachhaltige Strategie im Hinblick auf die eigenen Ziele zu verfolgen. 

Besagte Kundin hat mir dann übrigens Wochen später zurückgemeldet, wieviel Spaß es ihr nun machen würde, ihre neue Strategie zu verfolgen. Näheres dazu finden Sie auch in diesem Beitrag: Beförderung vorbereiten. 

Doch Klarheit über die eigenen Ziele zu haben, hat auch einen weiteren Vorteil:

Sie werden ganz sicher nicht mehr „überrumpelt“. Sie werden selbst bei überraschenden Vorschlägen der anderen Seite direkt einschätzen können, ob das für Sie akzeptabel wäre oder eben nicht. 

So hat es eine andere Kundin von mir empfunden, deren kleine Geschichte sie hier finden: Wertschätzung. 

Und damit kommen wir dann auch zu 

Grund Nr. 5, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Es geht um SIE ganz persönlich. 

Was könnte mehr Spaß bereiten, als sich zielgerichtet und strukturiert mit sich selbst bzw. der eigenen Situation zu beschäftigen? 

Es ist erwiesen. Wir alle beschäftigen uns am liebsten: Mit uns selbst. 

Machen Sie sich klar, dass das auch Ihren Kolleg*innen, Vorgesetzten und weiteren Personen in Ihrem Umfeld so geht. 

Niemand kennt sich besser mit Ihrer Situation aus als Sie selbst.

Doch könnten Sie aus dem Stegreif und auf den Punkt vollständig aufzählen, was Ihr Beitrag zum Unternehmenserfolg ist, welche Leistungen Sie konkret erbracht haben und künftig erbringen könnten oder wollen? Was Sie im beruflichen Kontext konkret erwarten und welche Ziele Sie verfolgen wollen?

Wahrscheinlich nicht – niemand kann das, ohne sich damit beschäftigt zu haben. 

Doch wie sollen es dann andere wissen? Dennoch höre ich gerne mal Sätze wie diese: 

„Das habe ich doch gar nicht nötig nach mehr Geld zu fragen. Es sieht doch jeder, was ich hier leiste. Da sollte die andere Seite langsam mal auf MICH zu kommen.“

Dummerweise wird das – aus vielen Gründen – NICHT passieren. 

Und wenn es passieren sollte, drängt sich der Verdacht auf, dass die andere Seite bereits ein soo unglaublich schlechtes Gewissen hat (was lange ausgehalten werden kann ;-), weil es tatsächlich nicht mehr „fair“ zugeht. 

Es ist sehr fragwürdig, ob das dann einen Motivationsschub auslöst. Denn es wäre wohl ein ziemlich sicheres Indiz dafür, dass eine aktive Verhandlung mit eigenen, klar definierten Zielen deutlich erfolgreicher gewesen wäre. 

Nach mehr Geld zu fragen, ist allerdings vielen Menschen – und da sind Frauen deutlich gefährdeter als Männer – aus unterschiedlichsten Gründen sehr unangenehm.

Ein Credo von mir lautet immer:

Wer nicht fragt bekommt auch nichts.

Und damit kommen wir zu 

Grund Nr. 6, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Sie werden mit Sicherheit aktiv. 

Wenn Sie nun entschlossen sind, aktiv Ihre nächste Gehaltserhöhung verhandeln zu wollen und sich dabei von einer neutralen Person unterstützen zu lassen, investieren Sie in sich selbst. So hat es eine weitere Kundin mal zutreffend beschrieben: Investition.

Aber das hat noch einen weiteren nicht zu unterschätzenden Aspekt. 

Auch wenn es sich um eine überschaubare zeitliche und monetäre Investition handelt: Danach werden Sie auch mit Sicherheit aktiv.

Denn Sie möchten diese „neu erworbenen PS“ natürlich auch auf „die Straße bringen“ und auf keinen Fall Millionen verschenken. Und damit kommen wir – wie zu Beginn angekündigt – zu

Grund Nr. 7, warum Sie sich – bevor Sie um Ihre Gehaltserhöhung verhandeln – unterstützen lassen sollten:

Im Laufe eines Erwerbslebens schlägt der Zinseszinseffekt erbarmungslos zu. 

In der Einleitung hatte ich bereits erwähnt, dass es um Millionen gehen kann. Und das ist wirklich kein Clickbait, wie wir nun sehen werden. 

Machen wir an dieser Stelle einfach mal einen kleinen Ausflug in die Welt der Zahlen.

Zwei simple Beispiele, die für sich sprechen: 

Zinseszinseffekt im Erwerbsleben

Diese Beispiele zeigen deutlich, wie wichtig auch die Einstiegsgehälter zu Beginn des Erwerbslebens sind.

Fazit:

Im Business haben Sie nichts zu verschenken und selbst „kleine“ Erfolge summieren sich auf unvorstellbare Summen. Wobei Gehaltssprünge, die immer mal wieder möglich sind, hier überhaupt noch nicht berücksichtigt sind. Und es wird, wie am Anfang angekündigt, klar: 

Gehaltsverhandlungen sind wohl die wichtigsten und lukrativsten Gespräche, die Sie regelmäßig führen können und sollten. Sie sind eine große Chance – und keine Bedrohung. 

Und es lohnt einfach regelmäßig dranzubleiben und je länger Sie warten, umso TEURER wird es.

Es geht um IHR GELD. Und, wie wir gesehen haben, auch um noch sehr viel mehr: Ihre Reputation, Ihre Karriere und Ihre Klarheit in Bezug auf Ihre beruflichen Ziele. 

Lesen Sie dazu auch gerne den Beitrag: „Teuer ist relativ“ – oder auch: Lohnt es sich, in ein (Gehalts-) Verhandlungscoaching zu investieren?

Wenn Sie jetzt sagen: Das waren wertvolle Hinweise und mir fällt auch jemand ein, der mich bei der Vorbereitung auf meine nächste Gehaltsverhandlung unterstützen kann, dann wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen gute Verhandlungserfolge. 

Sehr gerne können wir aber auch ein unverbindliches Erstgespräch führen und finden dabei heraus, ob ich Sie unterstützen kann.

Abschließend nun noch ein Video, dass die genannten Aspekte ebenfalls aufgreift:

 

 

 

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